Je wertvoller das Facebook-Imperium wird, umso interessanter wird es. Immer mehr Gestalten aus Mark Zuckerbergs Vergangenheit tauchen auf und behaupten, dass alles ihre Idee war. Aktuell haben die Gerichte mit Paul Ceglia zu tun, einem möglichen Geschäftspartner.Er sei im Jahr 2003 als Start-up-Gründer unterwegs gewesen und will für insgesamt 2.000 Dollar für sein
Geschäft die Hälfte an einem Projekt ergattert haben, das den Arbeitstitel "The Face Book" trug, von Mark Zuckerberg stammte und aus dem das heutige Social-Media-Imperium wurde. Ceglia hat jetzt vor einem New Yorker Gericht erneut Klage eingereicht, um seine Ansprüche geltend zu machen. Die Beweise, die er jetzt vorlegen will, bestehen aus den Verträgen von damals und einem ausführlichen E-Mail-Verkehr mit Zuckerberg – beides wurde seitens Facebook in weiten Teilen als Fälschung bezeichnet.
Die Seifenoper geht weiterLaut diversen Berichten im Magazin
Business Insider, dem einige Originaldokumente vorliegen sollen, darf daran gezweifelt werden, dass Ceglia einen
Anspruch auf das heutige Volumen von Facebook hat. Vielmehr wird mit einem Vergleich gerechnet.Er ist aber nicht der einzige. In der kollektiven Welt eines Studentenwohnheims der Elite-Uni Harvard, in der die Idee zu Facebook geboren wurde, soll Zuckerberg zwei Brüdern ihre Idee gestohlen und Facebook daraus gestrickt haben. Die Zwillingsbrüder Cameron und Tyler Winklevoss, die Vorbilder für eine Nebenrolle im Hollywood-Film "The Social Network" waren, hatten zumindest einmal
Erfolg. Im Jahr 2008 gelang es ihnen, soweit Unstimmigkeiten nachzuweisen, dass sich Zuckerberg auf einen Vergleich einließ und ihnen 65 Millionen Dollar in Aktien und Bargeld zubilligte. Sie wollten jetzt mehr herausholen, indem sie behaupteten, der Wert von Facebook sei in dem Vergleich falsch beziffert worden - die Richter sahen es anders und wiesen die neue Klage ab. Facebook wird heute auf 50 Milliarden Dollar geschätzt – dieser Wert berechnet sich aus Umsatz, Reichweite und Einlagen von Großbanken (Börsenvertrauen). So schlägt sich ein Dollar, den etwa Morgan Stanley investiert, ganz anders nieder als ein Dollar, den Otto Normalverbraucher in Facebook investieren würde. Und so streitet auch Paul Ceglia nicht wirklich um 25 Milliarden Dollar oder das "halbe Königreich" von Zuckerberg. Die Vermutung liegt nahe, dass er mit seiner teuren Anwaltskanzlei einen lukrativen Vergleich anstrebt. Sein derzeitiges Öko-Geschäft mit Holz-Pellets soll nicht besonders gut gehen. Doch warum hat er so lange gewartet? Ceglia selbst gibt gegenüber dem Magazin die Antwort, dass die Polizei wegen Unregelmäßigkeiten seines Pellet-Geschäfts Unterlagen verlangt habe und da sei ihm der alte Vertrag zufällig in die Hände gefallen. Das ist allerdings noch lange nicht das Ende: Als der Fall von Ceglia vor den Richter (und in die Presse) gebracht wurde, fiel einem anderen Mann ein, dass er Facebook auch haben will: Andrew Logan hatte im Jahr 2004 angeblich eine
Firma namens StreetDelivery, für die Paul Ceglia tätig gewesen sein soll – der Vertrag mit Zuckerberg habe mit seiner Tätigkeit für diese Firma zu tun gehabt und so plant Logan bereits eine eigene Klage. (kas) Quelle:
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